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Das Tor nach Asien: Reiseziele am Schwarzen Meer

Das Tor nach Asien: Reiseziele am Schwarzen Meer

wize.life Freizeittipp
29.05.2017, 09:33 Uhr

Das Schwarze Meer liegt mit den umgebenden Staaten an der Grenze zwischen Europa und Asien. Wenn du eine Weltreise planst, ist hier ein guter Startpunkt, um die heimischen Gefilde hinter dir zu lassen und in die vielfältige asiatische Kultur einzutauchen. Bekanntere und unbekanntere Urlaubsziele zeigen das Binnengewässer von seiner schönsten Seite. Hier kannst du nachlesen, wann die beste Reisezeit ist und welche Orte unbedingt auf deine Bucketlist gehören.

Das Schwarze Meer als Urlaubsregion


Das Schwarze Meer ist dir vielleicht bisher von einem Besuch der Türkei oder vom Bulgarischen Goldstrand bekannt. Insgesamt grenzen sechs verschiedene Staaten an das riesige Binnenmeer. Neben der Türkei, Rumänien und Bulgarien teilen sich auch die Ukraine, Russland und Georgien die abwechslungsreiche Küste. Genauso spannend und vielfältig sind die Reiseziele, die wir dort ausgesucht haben.
An vielen Stellen ist das Wasser glasklar. Obwohl es sich beim Schwarzen Meer um ein Binnengewässer handelt, kann die See bei schlechterem Wetter auch sehr rau werden. Wer hier herkommt schätzt ohnehin die idyllische Natürlichkeit und Ursprünglichkeit der Landschaft. Kilometerlange Sandstrände laden nicht nur zum Baden ein. Auch felsige Steilküsten sind hier zu finden. Ideal, um die Gegend vom Wasser aus mit dem Boot oder Kanu zu erkunden.
Wenn du auf der Suche nach kulturellen Highlights bist, gibt es hier ebenso einiges zu entdecken. Zahlreiche antike Bauten der früheren Hochkulturen oder auch verschlafene Fischerdörfchen reihen sich am Schwarzen Meer aneinander.

Tourismus am Tor nach Asien


Da sich der europäische Tourismus eher auf das Mittelmeer oder die Ägäis bei Griechenland konzentriert, ist das Schwarze Meer grundsätzlich nicht so überlaufen. Hier kannst du auf viele Einheimische treffen, die in den Urlaubsmonaten vom Landesinneren an die Küsten kommen, um dort die Sonne zu genießen.
An das Schwarze Meer gelangst du von Europa aus am einfachsten mit dem Flugzeug. Flughäfen gibt es in allen Anrainerstaaten. Die meisten liegen dabei in den größeren Städten nahe der Küste:
• Rumänien: Bukarest (ca. 230 Kilometer bis zur Küste)
• Bulgarien: Warna oder Burgas (direkt an der Küste)
• Türkei: Istanbul (ca. 35 Kilometer bis zur Schwarzmeerküste), Samsun (direkt an der Küste)
• Georgien: Batumi (direkt an der Küste)
• Russland: Sotschi (ca. 230 Kilometer bis zur Küste)
• Ukraine: Odessa (direkt an der Küste)
Du kannst dir unsere verschiedenen Vorschläge einzeln ansehen und jeweils ein paar Tage dafür einplanen. Die Ziele eignen sich aber auch als einzelne Stationen einer Rundtour. In allen Ländern können auch unkompliziert Leihwägen gemietet werden. Wenn du grundsätzlich ein paar Tipps berücksichtigst, kann dabei nichts schiefgehen.
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du gut vorankommen. Vor allem die Türkei hat ein gut ausgebautes Netz. In Georgien, Russland und der Ukraine ist die Infrastruktur noch nicht so umfangreich ausgebaut. Beim Reisen mit Bus oder Bahn bekommst du durch den direkten Kontakt mit Einheimischen noch einen besseren Eindruck vom jeweiligen Land.


Das Klima und die beste Reisezeit


Die riesige Wasserfläche des Schwarzen Meeres von rund 416.000 Quadratkilometern teil das Klima in zwei Hälften. Im Nordwesten und Nordosten herrscht ein überwiegend kontinentales Klima vor. Die Jahreszeiten sind geprägt von warmen Sommern und kalten Wintern. Die Küsten im Süden überwiegt hingegen ein gemäßigtes Klima, das teilweise auch schon subtropische Elemente aufweist. Im Vergleich zum mediterranen Raum fallen am Schwarzen Meer weitaus mehr Niederschläge, das ganze Jahr über verteilt.
Rund um Sotschi beispielsweise – der Austragungsort der Olymischen Winterspiele 2014 – sind im kaukasischen Hinterland zur kalten Jahreszeit einige Skigebiete vorhanden. Im Ort selbst an der Küste fallen die Temperaturen im Winter nur selten unter Null Grad.
Im Sommer kann rund um das Meer an allen Küstenabschnitten gebadet werden. Die Temperaturen sind im Norden immer noch angenehm, im Süden kann es aber auch richtig heiß werden. Im Frühjahr oder Herbst herrschen gemäßigte Temperaturen. Dennoch finden sich auch in diesen Monaten einige Sonnentage und wenn du es gerne etwas abgeschiedener magst, sind dann auch kaum andere Touristen unterwegs.
Im Winter kommen Naturfreunde vor allem an der nördlichen Küste auf ihre Kosten. Teilweise sind die Buchten mit Eis überzogen oder es werden zahlreiche kleine Eisschollen an den menschenleeren Strand gespült.

Vorbereitungen und Sicherheit


In manchen der vorgeschlagenen Reiseziele solltest du dich vorher genau über die jeweiligen Einreisebestimmungen, Impfempfehlungen und aktuellen Sicherheitshinweise informieren. Einzelne Staaten sind in der letzten Zeit immer wieder von politischen Unruhen betroffen gewesen.
Grundsätzlich benötigst du für Reisen außerhalb der Europäischen Union einen gültigen Reisepass. Leider wird derzeit von einem Aufenthalt auf der Krim abgeraten. Deshalb haben wir in der Ukraine zwei Ziele weiter westlich ausgesucht, die absolut lohnenswert sind und als sicher gelten. Eine Einreise nach Russland über die einzelnen Flughäfen ist in der Regel unproblematisch. Allerdings brauchst du für dieses Land ein Visum. Es ist nicht an der Grenze erhältlich, du solltest es also schon im Vorfeld organisieren. Aufgrund der Spannungen zwischen den beiden Ländern kann ein Grenzübertritt über die Ukraine von den Beamten abgewiesen werden.


Für Georgien ist kein Visum notwendig. Auch dort genügt dein normaler Reisepass. Ein Aufenthalt ist dann für maximal 90 Tage am Stück möglich. In der Türkei solltest du ebenfalls ein paar wichtige Regeln beachten und dich vorab zu diesen informieren. Immer wieder gab es Anschläge oder Attentate auf belebten Plätzen. Da als Touristenhochburgen jedoch eher die Urlaubsorte am Mittelmeer oder auch Metropolen wie Istanbul zählen, ist ein Aufenthalt an der Schwarzmeerküste eher als ungefährlich einzustufen.
Wichtig ist es, im Trubel stets auf dein Gepäck zu achten – egal in welchem Land du dich befindest. Langfinger gibt es leider überall. Je nachdem wie die Sicherheitswarnungen ausfallen genügt es oft schon, die touristischen Zentren zu meiden. Alle Ziele, die hier für das Schwarze Meer aufgezählt werden, befinden sich nicht direkt in kritischen Gebieten.

Die schönsten Reiseziele rund um das Schwarze Meer


Wo genau die Grenze zwischen Asien und Europa verläuft ist nicht eindeutig definiert. Geografisch gesehen zählen die Ukraine, die Türkei und auch Georgien als unmittelbare Grenzstaaten. Die Meeresenge am Bosporus und auch das Schwarze Meer teilen die Welt hier in die verschiedenen Bereiche. Die politischen Grenzen haben sich in den letzten Jahren immer wieder verschoben, da neue Staaten in die Europäische Union aufgenommen wurden.
Kulturell unterscheiden sich die Länder oftmals schon erheblich von dem was uns aus Europa bekannt ist. Trotzdem zeigen sich hier ganz andere Eigenheiten als in den „klassischen“ asiatischen Ländern wie China, Thailand oder Indonesien. Die verschiedenen Länder rund um das Schwarze Meer haben dabei viel Spannendes zu bieten.


Türkei: Ursprüngliche Fischerdörfer und lange Badestrände


Entlang der türkischen Küste sind unzählige sehenswerte Orte zu finden. Eine Handvoll haben wir herausgepickt. Sie zeigen die türkische Kultur in den unterschiedlichsten Facetten. Rund 1.600 Kilometer lang ist das Schwarzmeerufer allein in diesem Land. Vier verschiedene Ziele liegen bei unserem Trip auf der Route von West nach Ost. Strandtourismus wie am Mittelmeer wirst du hier übrigens vergeblich suchen. Bettenburgen und Sonnenliegen in Massen gibt es dort nicht.

Şile
Der erste Ort liegt knapp 70 Kilometer nordöstlich von Istanbul. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Einwohner der Millionenmetropole, die nach etwas mehr Ruhe suchen. Das Wasser ist meist glasklar und der Strand sehr breit. Vorsicht beim Wassersport: Hier herrscht in bestimmten Bereichen eine starke Strömung. Ein besonderes Phänomen sind die wandernden Dünen an der Küste von Şile. Hier findest du ohne Schwierigkeiten ein abgelegenes und ungestörtes Plätzchen zum Sonnenbaden.
Vor der Stadt liegt ein kleines Hafenbecken, das von mehreren kleinen Inseln umgeben ist. Von den Fischern kannst du dort fangfrische Meeresfrüchte und Fische kaufen. Auf einer steilen Klippe am Rande des Hafens sind noch Überreste eines ottomanischen Leuchtturms zu sehen.
Wo die Küste etwas steiniger wird, befinden sich immer noch kleine Strandhöhlen in den Felsen. Sie wurden zu Urzeiten von Steinzeitmenschen bewohnt. Vor allem am unbewohnten Küstenstreifen östlich der Stadt zeigt sich die Natur noch sehr ursprünglich.


Sinop
Dieser Ort ist mit rund 60.000 Einwohnern um einiges größer als Şile. Er ist gleichzeitig Hauptstadt der Provinz Sinop. An dieser Stelle der Küste ragt eine kleine Halbinsel ins Schwarze Meer hinein. Sinop liegt dabei am östlichen Zipfel und war früher ein bedeutendes Handelszentrum in der Region.
Historische Funde bezeugen eine Besiedlung bis ins siebte Jahrhundert vor Christus durch die Griechen. Aus der frühbyzantinischen Zeit zeugt noch die Balatlar-Kirche, in der ein Stück des Kreuzes von Jesus gefunden worden sein soll. Eine Burg aus dem dritten Jahrhundert ist weitestgehend intakt erhalten und bietet einen tollen Panoramablick über die Umgebung.
Ansonsten zählen die schönen und kaum bevölkerten Sandstrände zu den schönsten an der Küste. Auch die Uferpromenade lädt zu ausgedehnten Spaziergängen und zum Bummeln ein. An der äußersten Spitze der Landzunge befindet sich der QWSWzG1KB_w[/youtube]]Inceburun Leuchtturm – gleichzeitig ist hier der nördlichste Punkt der Türkei.
Die ländliche Umgebung ist von Auenwäldern geprägt und kaum besiedelt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel befindet sich das Naturschutzgebiete Sarikum. Auch der einzige Fjord des Landes, der Hamsilosfjord befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Stadt und steht ebenfalls unter Schutz. In der Gegend kannst findest du vor allem schöne Wege zum Wandern.

Altınordu
Dieser Fischerort in der Provinz Ordu hat sich bis heute seine Ursprünglichkeit bewahrt. Sehenswert ist die endlose Strandpromenade mit seinen zahlreichen Lokalen und Fischrestaurants. In verschiedenen Pavillons wird an den lauen Sommerabenden Musik gespielt. Von den Einwohnern wird die Stadt liebevoll auch „Klein-Paris“ genannt. Mit einer Seilbahn kannst du auf den Berg Boztepe gelangen. Von dort zeigt sich ein beeindruckendes Panorama über die Bucht.
Ansonsten ist Altınordu vor allem durch seine Haselnussprodukte bekannt. Einer der größten Haselnussverarbeiter und -exporteure hat dort seinen Sitz. Weltweit stammt rund jede dritte Haselnuss aus einem der Anbaugebiete in Ordu. In den kleinen Läden der Innenstadt kannst du verschiedene Spezialitäten wie Nougat oder Nussschokolade als Urlaubsmitbringsel erstehen.


Akçaabat
Nur noch etwa 200 Kilometer von der georgischen Grenze entfernt liegt der Küstenort Akçaabat. Ein Highlight für Sportfreunde ist das Stadion Söğütlü Atletizm. Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Meer. Entlang der Küste sind immer wieder schöne Grünflächen und Parks angelegt. Hier können sich die Besucher bei Wasserspielen austoben. Auch dort finden im Sommer regelmäßig Musik- und Tanzveranstaltungen statt.
Nahe am Wasser herrschen moderne Gebäude vor. Weiter im Hinterland sind traditionelle Häuser direkt in die Berghänge hinein gebaut worden. In der Stadt schlängeln sich immer wieder schmale gepflasterte Gassen in die Höhe. Auch wenn der Aufstieg anstrengen ist, wirst du oben mit einer tollen Aussicht belohnt. Spannend ist in der Stadt vor allem der Kontrast zwischen historischen und zeitgenössischen Bauwerken.
Das Hinterland hat mit seiner unberührten Natur ebenfalls einiges zu bieten. Vor allem wenn du gerne mit den Wanderschuhen unterwegs bist, wirst du hier auf deine Kosten kommen. Im Osten schließt die Stadt fast unmittelbar an den nächsten Ort Trabzon an. Auch hierher lohnt sich ein Ausflug. Die antike Stadt wurde ursprünglich von Griechen gegründet. Zahlreiche sehenswerte Bauten zeugen von der Besiedlung unterschiedlicher Kulturen. Byzantinische oder armenische Kirchen oder auch verschiedene Moscheen können besichtigt werden.

Georgien: Ursprüngliche Natur und historisches Erbe


Georgien grenzt direkt am Schwarzen Meer im Westen an die Türkei und im Norden an Russland. Das Land ist für europäische Touristen noch weitestgehend unbekannt. Umso besser, denn so sind viele Orte auch noch unverfälscht und haben sich ihren ganz eigenen Charakter bewahrt. Abstriche musst du in manchen Fällen beim Komfort in Kauf nehmen. So ist beispielsweise die Infrastruktur noch nicht so weit entwickelt.
Dafür lässt sich dort einerseits die wilde Natur genießen, andererseits gibt es zahlreiche sehenswerte historische Stätten zu entdecken. Sehr speziell ist auch die eigene georgische Schrift, die heute immer noch angewandt wird.

Sarpi und Gonio
Direkt an der Grenze zur Türkei liegt der kleine Ort Sarpi. Der kleine Strand dort ist gut zum Baden geeignet. Etwas abseits des flachen Strandes gibt es Felsklippen, von denen die Einheimischen direkt ins kühle Nass springen. Sehenswert ist das postmoderne Grenzgebäude, das von deutschen Architekten im Jahr 2011 errichtet wurde. Als krasser Gegensatz dazu wirkt die orthodoxe Kirche im Ortskern.
Sechs Kilometer weiter nördlich liegt der Kurort Gonio. Das Highlight hier ist das gut erhaltene römische Kastell Apsaros. Die beeindruckende Festung kann rund ums Jahr besichtigt werden und zählt zu den ältesten Anlagen in Georgien. Etwa 900 Meter der dicken Mauern und 18 Türme befinden sich immer noch in sehr gutem Zustand. In einem Museum findest du mehr Informationen zur Geschichte und den Hintergründen. Der Ort ist zudem mit der Argonautensage und der Suche nach dem goldenen Vlies verbunden.


Batumi
Noch etwas weiter nördlich liegt Batumi, die derzeit zweitgrößte Stadt Georgiens. Das Zentrum wurde in den letzten Jahren systematisch renoviert. Verschiedene sehr moderne Bauten prägen heute das Stadtbild nahe der Küste. Aber auch alte Bausubstanz wurde in einen guten Zustand zurückversetzt. Eine lange Strandpromenade ist von Palmen und prachtvollen Palästen gesäumt. Ein Highlight vor allem in den Abendstunden ist eine Fahrt mit dem Riesenrad, das zu den Gebäuden der Technischen Universität gehört. Der Sonnenuntergang beim Blick aus der Gondel ist spektakulär.
Ein Ausflug lohnt sich auf alle Fälle auch in den Botanischen Garten (Mzwane Konzkhi) am Grünen Kap. Auf rund 114 Hektar erstreckt sich das Gebiet direkt von der Küste über die Hügel ins Hinterland. Die Terrassen und Wege bieten tolle Ausblicke auf die Bucht. Begünstigt durch das subtropische Klima sind dort über 5.000 verschiedene Arten aus der ganzen Welt angesiedelt.
Weiter im Hinterland, wenige Kilometer außerhalb der Stadt beginnt der Mtirala Nationalpark. Das Gebiet zählt zu den regenreichsten der Region, was den Namen erklärt (Mtirala = Heulsuse). Ein Teil des Parks um den Ort Chakvistavi herum ist touristisch erschlossen. Neben einem Informationszentrum zum Park findest du dort verschiedene Wanderwege.

Russland: Freizeitparadies Sotschi


Da die Krim als Reiseziel für uns derzeit nicht in Frage kommt, beschränken wir uns auf die Küstenstadt Sotschi, die nur wenige Kilometer von der georgischen Grenze entfernt liegt. Vielen ist die Stadt seit der Austragung der Olympischen Winterspiele bekannt geworden. Bei den Russen ist der Ort als Bade- und Ausflugsziel im Sommer schon lange beliebt und wird deshalb von ihnen auch als Riviera des Schwarzen Meeres bezeichnet.


Die Landschaft ist direkt an der Küste vom subtropischen Klima geprägt. Dennoch sind vom Strand aus die schneebedeckten Gipfel des Kaukasus zu sehen. Neben den verschiedenen Kirchen und der sehenswerten Innenstadt lohnt sich auch ein Besuch der unterschiedlichen Sportstätten, die für die Spiele errichtet worden sind.
Eine Besonderheit im Hinterland ist außerdem eine Wanderroute die an zahlreichen Wasserfällen vorbeiführt. Teilweise kann in den natürlichen Wasserbecken auch gebadet werden. Wenn dir der Botanische Garten in Batumi gefallen hat, solltest du dir das Dendrarium in Sotschi nicht entgehen lassen. Daneben gibt es aber noch eine Menge anderer sehenswerter Parkanlagen. Das milde Klima ist günstig für viele wärmeliebende Palmenarten und im Sommer zeigt sich die Stadt in einer üppigen Blumenpracht.

Ukraine: Hafenkultur und Naturparadies an der Küste


Als letzte Station am Schwarzen Meer haben wir uns zwei Orte in der Ukraine ausgesucht. Mehrere bedeutende Seehäfen befinden sich an der ukrainischen Küste. Statt der großen Industrie und Wirtschaftszentren bewegen wir uns diesmal aber etwas abseits der ausgetretenen Pfade. Im Westen des Landes ist zudem von den politischen Spannungen kaum etwas zu spüren. Obwohl die Vergangenheit, auch die jüngste, im Alltag präsent ist, sind die Menschen hier zuversichtlich und lebensfroh.

Tschornomorsk
Rund 25 Kilometer südwestlich von Odessa, der Stadt mit der berühmten potemkinschen Treppe, befindet sich in direkter Nachbarschaft Tschornomorsk. 2016 wurde die Stadt im Zuge der Abgrenzung von alten sowjetischen Ortsbezeichnungen umbenannt. Der frühere Name war Illitschiwsk.
Geprägt ist Tschornomorsk vor allem durch den großen Hafen. Alles an der Stadt konzentriert sich auf das Meer. Der Hafen ist der größte und gleichzeitig so gut wie einzige große Arbeitgeber dort. Sehenswert sind deshalb neben den Hafenanlagen auch der Leuchtturm und die schön angelegte Strandpromenade. Vom riesigen Hafen aus gibt es übrigens Fährverbindungen nach Georgien und in die Türkei. Diese Methode von einem zum nächsten Ort zu gelangen haben wir bisher noch gar nicht angesprochen. Da die Abfahrtszeiten stark variieren und vor allem auch vom Wetter abhängen musst du dich hierzu genau informieren. Zudem ist es sinnvoll immer genügend Zeit etwa für Verzögerungen bei der Zollabwicklung einzuplanen.
Wenn du die dichten Siedlungen von Tschornomorsk etwas weiter südlich hinter dir lässt wird die Küste etwas steiler. Auf schmalen Wegen kannst du zum Sandstrand gelangen, der sich oft menschenleer präsentiert. Hier ist von der Betriebsamkeit des Hafens nichts mehr zu spüren.


Tuzly Lagoons Nationalpark
Unsere letzte Station befindet sich ebenfalls etwas abseits der Zivilisation. Noch rund 80 Kilometer weiter südwestlich besuchen wir den Tuzly Lagoons Nationalpark direkt an der Küste. In diesem Bereich ist das offene Meer durch ein Haff abgetrennt.
Um die spezielle Flora und Fauna dort zu schützen, wurde das umgebende Gebiet unter Naturschutz gestellt. Das Land ist hier sehr flach und bei gutem Wetter kann weit in die Ferne geblickt werden. Nach dem Trubel der geschäftigen Hafenstadt Tschornomorsk ist die Abgeschiedenheit hier eine Wohltat. Die Natur ist noch ursprünglich und du kannst dort jede Menge kleiner und größerer Vogelarten beobachten, die sich teilweise in riesigen Schwärmen plötzlich vom Boden in die Lüfte schwingen.
Auf dem Haff mit dem schmalen Sandstreifen kann kilometerlang am Meer entlangspaziert werden. Teilweise ist die Gegend von Dünen geprägt, dann wieder wird das Land sehr sumpfig. Sogar einen Fuchs haben wir entdeckt. Lediglich weiter im Hinterland befinden sich wieder die ersten kleinen Siedlungen. Im Naturpark zeugen von der Zivilisation lediglich ein paar kleinere Schaf- und Ziegenherden.

Fazit


Die kleineren und meist etwas unbekannteren Ausflugsziele rund um das Schwarze Meer können vielleicht nicht immer mit den großen und spektakulären Destinationen mithalten. Dennoch liegt ihr Reiz eher in den kleinen alltäglichen und verborgenen Dingen.
Wichtig ist es, sich Zeit zu nehmen und den Mut zu haben, sich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen. Die unerforschten und eher ungeläufigen Orte sind weitaus besser geeignet, um Land und Leute in ihrer Ursprünglichkeit kennenzulernen. Uns haben sich die einzelnen Länder in ihren unzähligen Facetten von ihrer schönsten Seite gezeigt. Und das macht uns definitiv neugierig auf mehr.

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