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Mein Garten - der Mittelpunkt der Nachbarschaft

Mein Garten - der Mittelpunkt der Nachbarschaft

Partner Tipp
20.06.2017, 08:49 Uhr
Beitrag von Partner Tipp

Es gibt Gärten, da gehen einem Naturfreund die Augen über – und das Herz gleich mit. In bunten Farben blüht die Bepflanzung üppig und voll, überall gibt es etwas zu entdecken und man möchte sich einfach an Ort und Stelle niederlassen, um dem bunten Treiben zuzuschauen. Fehlt nur noch der, der sagt: „Nimm Platz“, Kaffee und Kuchen anbietet und zu netten Gesprächen anregt. Und wo ein Besucher ist, da kommen auch weitere – ein Garten wird zum Treffpunkt, dem Mittelpunkt der Nachbarschaft, wo nicht nur Menschen ihre Zusammenkunft genießen, sondern auch tierische Gartenbewohner Nahrung und Lebensraum finden. Was braucht es für den Treffpunkt Wohlfühlgarten?

Grundlagen Garten: Platz ist in der kleinsten Hütte


Gärtnern, das ist Hobby für Jung und Alt, Spaß für Groß und Klein. Wer einen tollen Garten anlegt, der schafft auch Raum zum Verweilen, eine Wohlfühloase, die den Menschen zu seinem Ursprung zurückbringt – der Natur.
Dafür braucht es weder einen besonderen Schrebergarten, noch ein riesiges Grundstück. Freifläche, die bepflanzt werden kann, reicht schon aus, um einen Platz zum Blühen zu bringen. Und tatsächlich braucht es auch nicht viel Geld. Denn auch mit wenigen Mitteln kann der Garten zur individuellen Oase heranwachsen. Lediglich zwei Dinge sollten Gärtner mitbringen: Zeit und Leidenschaft für das, was sie tun.
Am Anfang jedoch steht die Planung. Dabei ist es zunächst egal, ob ein vorhandener Garten umgestaltet werden soll oder ein neues grünes Domizil angelegt wird. Mit Stift und Papier bewaffnet sollten Überlegungen zu Aufteilung, Nutzflächen, Beeten und Rasenflächen getroffen werden, die die Bedürfnisse der Garten-Nutzer aufgreift. Gartenblogs geben tolle Anregungen zu möglichen Gestaltungsformen. Gern genutzte Elemente sind

  • Rasenfläche
  • Randbepflanzung mit Stauden und/oder Hecken
  • Blumenbeete
  • Gemüsebeet
  • Schattenspendende Bäume, wahlweise auch mit Obst-Behang
  • Sitzplätze

Bei der Planung des eigenen Gartens sind dann natürlich die Maße zu berücksichtigen, sowie die Frage: Was brauche ich überhaupt?
Das kommt natürlich darauf an, wie der Garten primär genutzt werden soll. Ein Spielgarten, in dem Kinder herumtoben können sieht dabei anders aus als ein reiner Ziergarten, durch den besser niemand unbefugt laufen sollte. Und wo Zucchini und Tomaten wachsen und ein möglichst autarkes Leben ermöglichen sollen, da ist kein Platz für ausufernde Blumenbeete.
Ein Gemeinschaftsgarten funktioniert dabei besonders gut, wenn ein bisschen was von allem vorhanden ist: Platz zum Sitzen, Obst und Gemüse zum Ernten, Rasen zum herumtollen und Blumen als Augenweide. Das Tolle daran: Bei guter Nachbarschaft und einem zusammengelegten Garten machen alle mit, da alle den gemeinsamen Treffpunkt schätzen.
Natürlich müssen zunächst jedoch die Randbedingungen geklärt werden. Wem gehört der Garten, in welchem Ausmaß dürfen Gäste vorbei kommen, wer darf den Garten betreten und was ist, wenn der Besitzer nicht da ist? Haben dritte Partien Rechte am Garten, die es zu berücksichtigen gilt? Gerade das Wegerecht müsste bei Planung und Bau berücksichtigt werden, wobei es hier darauf ankommt, ob dieses auch tatsächlich im Grundbuch eingetragen ist und somit eine Grunddienstbarkeit ist oder ob es aus Gewohnheitsrecht besteht. Je nachdem welche Regelung vor dem Umbau besteht und welche individuellen Gegebenheiten vorherrschen, kann diese eventuell durch Absprachen geändert werden. Immer zu beachten ist jedoch, dass ein eingetragenes Wegerecht zur Wertminderung des Grundstücks führt – manchmal hat der Gemeinschaftsgarten also nachhaltigere Auswirkungen als vielleicht gedacht.


Menschliche Besucher – auf gute Nachbarschaft


Gartenliebhaber gibt es überall – nur nicht jeder von ihnen hat einen Garten. Statt sich einen Schrebergarten zu organisieren, Miete zu zahlen und jeweils weite Wege auf sich zu nehmen, bietet es sich viel mehr an, eine Art Stadtteilgarten zu gründen. Das ließe sich beispielsweise überall da durchsetzen, wo ein Privatmann ein besonders großes Grundstück hat, ohne es wirklich intensiv zu nutzen – das kommt allerdings selten genug vor, zumal die Teilung von Eigentum nicht immer nur Vorteile mit sich bringt. Allerdings muss ja nicht zwangsläufig für immer das Gartentürchen geöffnet bleiben – die oben genannten Absprachen bringen Klarheit.
Darüber hinaus gibt es aber auch in beispielsweise einer Reihenhaussiedlung, die Möglichkeit, aus mehreren kleinen Stücken einen großen Garten zu erarbeiten. So können verschiedenen Bereiche entstehen und gemeinsam gegärtnert werden. Am einfachsten ist das, wenn dafür die Zäune und Mauern weiche und stattdessen verschiedene Nutzflächen entstehen. Wichtig ist hier die genau Absprache und gemeinsame Planung des Gartens. Wer braucht was in seinem Wohlfühlgarten und was kann er dazu beisteuern? Nach dem Umbau dann kann jeder alle Bereiche nutzen und hat so vielleicht genau den großen Garten, der er schon immer gewollt hat – ohne in ein großes Grundstück investieren zu müssen.
Aber natürlich muss das Projekt „Gemeinschaftsgarten“ nicht zu einer großen Gartenkommune mutieren: Nach wie vor kann jeder seine eigene Terrasse haben, die eventuell gar mit Sichtschutz vor den anderen Garten-Nutzern abgeschirmt ist. Allerdings bietet ein großer Garten an sich auch mehr Möglichkeiten und spart am Ende sogar Arbeit. Das große Gemüsebeet zu pflegen dauert deutlich kürzer, als wenn fünf Parteien ihren eigenen Abschnitt pflegen. Wenn der Rasenmäher schon mal aus dem Schuppen geholt und angemacht ist, macht es wenig aus, gleich die große Fläche zu mähen. Und es müssen nicht fünf Elternpaare eine Schaukel in den Garten setzen, weil in der Nähe kein Spielplatz zu finden ist – eine reicht, um allen Kindern Spaß zu bereiten.
Noch dazu kommt im Gemeinschaftsgarten, dass auch neben der gemeinsamen Arbeit und Genuss am Garten mehr Zusammenleben entsteht. Der Garten ist Treffpunkt und wer da schon mal gemeinsam sitzt und nach der Arbeit fix ein Schwätzchen hält, der schmeißt vielleicht später zusammen den Grill an, hilft sich beim Transport von größeren Gütern, passt mal auf die Kinder auf, wenn kein anderer Zeit hat. Diese profitieren ohnehin ungemein von der Öffnung der Gärten – mehr Platz zum Toben, Spielkameraden nebenan und die offizielle Erlaubnis, auch im Nachbarsgarten Ball spielen zu dürfen. Außerdem lernen sie, auch über Zäune hinweg zu blicken und das Projekt „Nachbarschaft“ offen anzugehen – ein Ziel, dass es heute mehr denn je zu verfolgen gilt.


Buntes für die Tiere – wie Vierbeiner gerne zu Besuch kommen


Ganz abgesehen von den Zweibeinern gibt es jedoch noch mehr Besucher, die sich im großen, passend angelegten Garten gerne einfinden. Gerade in urbanen Gebieten freuen sich Katzen über Plätze zum Umherstreifen, auch Mäuse, Vögelchen oder gar Igel finden gerne ihren Platz im Garten. Unter den richtigen Bedingungen bleiben sie auch gerne und sind damit eine noch größere Bereicherung für die Gartengemeinschaft.
Einfach zu locken hingegen sind Bienen, Hummeln und Schmetterlingen. Wenn man ihnen die entsprechenden Pflanzen zur Nahrung und Nistplätze in Form eines Insektenhotels bietet, summt es bald überall herum. Aber keine Angst: Bienen – auch wenn sie häufig mit Wespen verwechselt werden – sind ungefährlich. Wenn sie nicht unter akuter Bedrohung stehen werden sie nicht aggressiv, so dass auch die Kinder in einem bienenfreundlichen Garten sicher sind. Die Insekten sind vor allem auf Nahrung angewiesen. Pflanzen mit viel Nektar und vielen Pollen sind für sie besonders interessant. Noch besser wird der eigene Garten an die Honigproduzenten angepasst, wenn möglichst rund ums Jahr Trachtpflanzen in der Blüte stehen. Da hilft es schon, mal nicht so exzessiv zu mähen und stattdessen Kräuter und Wiesenblumen in der Wiese stehen zu lassen. Die heimischen Pflanzen tun der heimischen Tierwelt gut. Das gleiche gilt für Schmetterlinge, die gerne auf besonders bunte Blüten fliegen.
Wer seine Wiese nicht als Bienenweide mag, der kann auch Kräuter in einem extra dafür angelegten Beet anpflanzen. Besonders Thymian gilt als typisches Bienenlockmittel – noch dazu schmeckt er gut. Das gleiche gilt für Oregano, Minze und andere heimische Kräuter, die im Beet wie auch im Essen die gesamte Gartengemeinschaft erfreuen und auch den Katzen eine Umgebung geben, in der sie sich wie ein großer Tiger fühlen kann.
Ein Garten für viele – das ist gar kein sonderlich schweres Projekt. Letztendlich gehören vor allem Offenheit dazu und der Wille, etwas für die Menschen zu tun. Dabei ist es egal, ob der eigene große Garten für die Nachbarn geöffnet wird oder ob auf Anregung zwei oder drei Gärten im Reihenhaus zu einem großen verbunden werden. Nicht jeder mag daran teilnehmen und mitmachen, andere hingegen freuen sich sicherlich über das vergrößerte Areal, die Hilfe der Nachbarn und die gute Gesellschaft. Ein Projekt, das sich lohnt!

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